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Vortrag Prof. Dr. Huss 2014

Aufnahmedatum: 19.11.2014
Fotograf: Martina Güth
Beschreibung: „Autismus = Individualismus“. Das ist die Kernaussage des Abends, zu der Prof. Dr. Michael Huss von der Mainzer Uniklinik immer wieder zurückkehrte. Bereits zum 3. Mal – nach 2009 und 2011 – war der Kinderpsychiater in diesem November zu Gast bei Autismus Westerwald-Mittelrhein. Und wieder fanden sich fast 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der WHU in Vallendar ein, um sich über praxisrelevante Erkenntnisse aus dem Bereich der Autismusforschung zu informieren.

Der hochengagierte Kinderpsychiater ließ seine Zuhörer in wechselnde Felder und Medien eintauchen: Erkenntnisse aus dem Bereich der Genetik, der Therapie, der Medikation und des Zusammenwirkens von Organen wie etwa der Darm-Hirn-Schiene fordern von Ärzten und Therapeuten eine ständige Neujustierung ihres eigenen Horizonts.
Eltern sind aus Huss' Sicht unverzichtbare "Helfer" bei der ärztlichen Diagnostik, da ihre Beobachtungen zu eigenwilligen Verhaltensformen, zu Stärken und Schwächen eines autistischen Kindes seine individuelle Beschreibung sicherer machen, als es die schematisierten Testungen vermögen.

Im Hinblick auf die in ca. 2 - 3 Jahren in Kraft tretende neue Diagnostik-Norm ICD 11 steht den Betroffenen eine große Veränderung bevor. Die z.Z. differenzierten Formen von Autismus werden unter dem gemeinsamen Begriff der "Autismus-Spektrum-Störung" zusammengefasst. Die Kriterien für die Diagnose orientieren sich stärker als bisher am konkreten Hilfebedarf.

Wann immer es in die Tiefe geht oder Fragen im Raum stehen, erhellen mit Kreide gezauberte Tafelbilder die Erklärungen. Ein prägnantes Beispiel hat Prof. Huss zu jeder Frage zur Hand. Auch mal eines, welches im Rückblick das eigene Scheitern beschreibt. Als Zuhörer durfte man ein bißchen Student sein und sich an einem zutiefst aufrichtigen und jugendlich dynamischen Lehrer erfreuen.

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