Autismus und Tourette Syndrom

Leben mit Tics

Zu den typischen Symptomen aus dem Bereich des autistischen Spektrums können noch weitere Störungen wie das Tourette-Syndrom hinzukommen.

Motorische und verbale Tics

Das Tourette-Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung und wird durch Tics charakterisiert. Tics sind vom Betroffenen nicht steuerbar und treten sehr plötzlich einzeln oder in Serie (mehrfach hintereinander) auf. Diese Tics können einerseits motorischen Ursprungs (Muskelzucken und ähnliches) sein, andererseits aber auch einfache Lautäußerungen oder Worte beinhalten.

Die motorischen Tics reichen von Augenblinzeln, Kopf-, Schulter- oder Gliederzucken über Grimassen schneiden bis hin zu Springen und massiven Körperverdrehungen, dem Berühren und Beschnüffeln von Menschen und Gegenständen oder sogar einem selbstverletzenden Verhalten. Die Tics können aber auch obszöne Gesten sein, von denen sich Mitmenschen provoziert fühlen können.

Einfache Laut-Tics können sich äußern in grunzen Lauten, Räuspern oder einem Quiekgeräusch. Beim Tourette-Syndrom findet man wie bei der autistischen Störung auch Echolalie (Wiederholung von soeben gehörten Worten oder Satzteilen), aber auch Palilalie (Wiederholung eigener gesprochener Worte). Weitere nicht kontrollierbare Äußerungen können Worte und/oder Sätze sein, die nichts mit dem normalen Verlauf eines Gesprächs zu tun haben. Schlimmer und für Unwissende am unverständlichsten sind jedoch Schimpfwörter oder obszöne Worte. Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, dass gerade das Austoßen von Schimpfworten und Obszönitäten wirklich nicht steuerbar ist oder sich nicht dauerhaft unterdrücken lässt.

Dauer und Verlauf

Je nach Ausprägung wird ein Betroffener fast täglich oder gar mehrfach am Tag von den Tics gebeutelt. Die Symptome können aber auch für mehrere Tage, Wochen oder gar Monate aussetzen.

Üblicherweise treten die ersten Symptome im Alter von 7 Jahren auf und nehmen allmählich zu. Während der Pubertät verstärken sich die Symptome und lassen vor dem 30. Lebensjahr wieder nach. Einige Betroffene können auf vollständige "Genesung" hoffen, bei den meisten stellt sich eine Besserung ein und nur wenige müssen ihr Leben lang mit einem ausgeprägten Tourette-Syndrom leben.


Wenn Sie mehr über das Tourette-Syndrom erfahren möchten, klicken Sie auf den nachfolgenden Verweis, der Sie auf die Seite www.tourette.de weiterleitet.

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