Autismus und Hochbegabung

Gibt es das?

Klare Antwort: Ja, aber selten. Von Hochbegabung spricht man ab einem IQ von 130. Der IQ (Intelligenzquotient) wird in einem Testverfahren ermittelt, bei dem ein Kind nach Möglichkeit 10 Jahre oder älter sein sollte, um ein aussagekräftiges Urteil erlangen zu können.

Ein hochbegabtes und autistisches Kind hat gleich mit zwei Schwierigkeiten zu kämpfen. Zu den Schwierigkeiten, die Autismus mit sich führt, kommen dann noch die Schwierigkeiten, mit denen Hochbegabte zu kämpfen haben.

Hochbegabung erkennen

Es gibt ein paar Merkmale, woran man schon bei kleineren Kindern eine mögliche Hochbegabung erkennen kann. Aussagefähig sind diese Merkmale aber nicht. Nur ein Test kann definitive Klarheit bringen. Nachfolgend ein paar Kriterien, die für Hochbegabung sprechen können.

  • Merkfähigkeit

    Eine Variante in der Gute-Nacht-Geschichte wird zum Beispiel schnell erkannt. Oder ein Kind kann sich alle Automarken merken und ähnliches.

  • Sprache

    Frühes Sprechen in Zwei-Wort-Sätzen kann ein Indiz für Hochbegabung sein, insbesondere die Erkenntnis, dass "ich" für die eigene Person steht. Also nicht "Klara will haben!", sondern "Ich will haben!" Wenn ein Kind mit dem Sprechen später beginnt, holt es das Versäumte rasch auf, spricht schnell in ganzen Sätzen. Satzbau und Grammatik sind korrekt.

  • Frühes Lesen und Rechnen

    Ein hochbegabtes Kind interessiert sich bereits mit 2 Jahren für Buchstaben und Zahlen, kann diese richtig benennen und beginnt vor dem 4. Lebensjahr mit Lesen und ersten Rechenaufgaben. Eltern wissen dann meist nicht, ob sie das gutheißen sollen.

  • Spiele

    Ein sehr intelligentes Kind kann altersgerechte Spiele verweigern, sich aber im Gegenzug für Spiele interessieren, die erst für ältere Kinder gedacht sind. Ein Spiel, das ein hochbegabtes dreijähriges Kind spielend beherschen kann, ist zum Beispiel UNO. Später kann sich das inzwischen fünfjährige Kind für Schach interessieren.

  • Spielkameraden

    Ältere Kinder werden zum Spielen bevorzugt. Mit gleichaltrigen oder jüngeren Kindern spielt ein hochbegabtes Kind eher weniger.

  • Hochbegabung bei Schulkindern

    Hochbegabte Schulkinder können durch Besserwisserei auffallen, sie fühlen sich gelangweilt und fallen dann möglicherweise durch ihr Herumalbern auf. Gute Noten allein sind nicht aussagekräftig. Dadurch, dass sich einige Schüler/innen in der Schule langweilen, kann es sogar vorkommen, dass sich die Schulnoten verschlechtern.

  • Spielkameraden

    Ältere Kinder werden zum Spielen bevorzugt. Mit gleichaltrigen oder jüngeren Kindern spielt ein hochbegabtes Kind eher weniger.

Hochbegabung keine Garantie für Erfolg

Um später im Beruf erfolgreich zu sein, bedarf es nicht unbedingt eines hohen IQs. Ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, ist die emotionale Intelligenz (Menschenführung, gutes Sozialverhalten, Einfühlungsvermögen und ähnliches). Es gibt hochintelligente Menschen, die für weniger intelligente Menschen arbeiten.


Weiterführende Informationen zum Thema Hochbegabung finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind.

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