Autismus kann auch eine Bereicherung sein

Autismus unter Gelehrten

Unter Wissenschaftlern und anderen Gelehrten findet man auch Autisten (zumeist Menschen mit Asperger-Syndrom bei hoher Intelligenz), denen durchaus einige Erfindungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zuzuschreiben sind. Es gibt Internetseiten, auf denen man nachlesen kann, welche heute lebenden, bekannten Persönlichkeiten autistisch sein sollen.

Es werden Namen verstorbener Wissenschaftler genannt oder die Namen bekannter Künstler ins Spiel gebracht. Da wir vom Regionalverband WeMi solche Behauptungen weder beweisen können noch unterstützen möchten, werden wir an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen.

Es gibt mehr, als wir denken

Fest steht nur, dass es mehr unerkannte Autisten gibt als wir alle ahnen. Denn viele der heutigen erwachsenen Autisten mit Asperger-Syndrom wurden weder jenseits der Volljährigkeit und schon gar nicht in ihrer Kindheit diagnostiziert. Sie trugen als Kinder unter anderem das Siegel komisch oder schüchtern und als Erwachsene wurden und werden sie zum Teil als egozentrisch oder starrköpfig bezeichnet.

Nur wenige der leicht beeinträchtigten Erwachsenen finden aus eigener Kraft den Weg zu Psychiatern oder Psychologen, um endlich Klarheit darüber zu erlangen, warum sie so anders sind als normale Menschen.

Wieder andere erfahren erst etwas über die eigene Störung durch die Diagnose eines betroffenen Familienmitglieds. Manch ein am Asperger-Syndrom Leidender ist sich nicht einmal darüber im Klaren, dass er oder sie auf die Mitmenschen einen so seltsamen Eindruck macht. Viele dieser Menschen fragen sich häufig in ihrem Leben: „Warum versteht mich niemand?“ oder „Warum habe ich keine Freunde?“ oder „Warum sind die Anderen so anders?“ Diese Menschen wissen nicht, dass sie selbst anders sind. Aber erst die Erkenntnis, dass man selbst anders ist, lässt die Einsicht folgen, das eigene Leben zu ändern, hin zu einem besseren Verständnis der eigenen Sichtweise und dem Einfühlen in eine andere Person.

Die richtige Berufswahl

Angeblich sollen sich unter Informatikern eine überproportionale Anzahl von „Aspies“ befinden. Entspräche diese Behauptung den Tatsachen, würde uns das nicht wundern. Computertätigkeit setzt keine hohe soziale Kompetenz voraus. Die Arbeit im Team beschränkt sich auf fachliche Debatten, denen Aspies leicht folgen können. Technische Berufe sind ohnehin gut geeignet für leicht beeinträchtigte Autisten. Überhaupt alle Berufe, die wenig soziale Kontakte erfordern, können Autisten sehr gut ausüben.

Wenn ein autistischer Mensch einen Beruf findet, in dem er seine Spezialinteressen pflegen kann, wird er sein Umfeld bereichern. Ein Autist achtet nicht auf pünktlichen Feierabend und hängt eher noch eine Stunde dran, um zum Beispiel ein begonnenes Projekt abzuschließen. Wenn das ein Arbeitgeber erkannt hat, wird er auf seinen autistischen Mitarbeiter nicht mehr verzichten wollen.

Autismus kann unser aller Leben bereichern. Wir müssen es nur zulassen.

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