Therapieformen

Eine Therapie setzt eine eingehende Beobachtung und natürlich eine Diagnose voraus. Es sind aber insbesondere die Beobachtungen des/r Betroffenen durch eine/n Therapeut/in, die - entsprechende Fachkenntnis vorausgesetzt - letztlich ausschlaggebend sind für eine bestimmte Therapieform oder ein Mischen verschiedener Formen.

Es versteht sich von selbst, dass alle Therapeuten/innen mit den Eltern zusammenarbeiten müssen, um Erfolge verzeichnen zu können. Auch die einzelnen Therapeuten untereinander sollten ihre Erfahrungen in regelmäßen Abständen austauschen.

Eltern sollten dennoch immer kritisch gegenüber neuen Therapieansätzen sein, eine kritische Überprüfung des/r Therapeuten/in wäre auch anzuraten. Es sind letzten Endes die Bezugspersonen (Eltern), die das betroffene Kind am besten kennen und die meiste Zeit mit ihm verbringen und dadurch auch Erfolge und Mißerfolge hautnah erleben. Und es gibt leider genug Therapeuten/innen, die sich mit Autismus nicht so recht auskennen. Wenn aber ein/e Therapeut/in auf die nachfolgenden Methoden näher eingehen kann, ist davon auszugehen, dass Fachkenntnisse im autismusspezifischen Bereich vorliegen.

Therapieformen

Um Weiterführendes über die verschiedenen Methoden zu erfahren, klicken Sie bitte auf die entsprechende Überschrift oder nutzen Sie die Navigation auf der linken Seite. Sie werden auf eine Unterseite der Rubrik Therapieformen weitergeleitet. Mit Ausnahme der Festhaltetherapie gilt für alle hier vorgestellten Therapien, dass der Betroffene immer Spaß an der Arbeit hat, er nicht überfordert wird und nie zu etwas gezwungen wird, das er nicht oder noch nicht leisten kann.

Aufmerksamkeits-Interaktionstherapie

Ziel dieser Methode ist es, durch Imitieren der vom Betroffenen selbst produzierten Laute bzw. Bewegungen, erste Kontakte aufzubauen und durch Variation schrittweise eine Verhaltensänderung herbeizuführen.

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Sensorische Integrationstherapie

Diese Therapieform geht auf die Auffälligkeiten in der Wahrnehmung (z.B. Berührungen) ein. Die Methode erfordert viel Fein- und Fingerspitzengefühl seitens der Therapeuten/innen.

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Verhaltenstherapie

Hier lernen Betroffene eine selbständige Lebensweise. Von A wie An- und Ausziehen bis Z wie Zähneputzen wird alles geübt. Jedoch kann durch die Möglichkeit, aversive Methoden anzuwenden, das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen bestehen.

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Individuelle Aufbautherapie

Wenn mit Hilfe der Sensorischen Integrationstherapie die Störungen in der Wahrnehmung weitgehend normalisiert sind, wird an den sozialen Fähigkeiten wie Selbständigkeit und Kommunikation gearbeitet. Die Individuelle Aufbautherapie schließt andere Therapieformen mit ein.

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Kommunikative Sprachtherapie

Diese Therapieform richtet sich an Betroffene, die nur wenig Sprachvermögen aufweisen. Die Betroffenen lernen hierbei, dass mit Sprache etwas erreicht werden kann. Die Therapie ist spielerisch und wird an die Bedürfnisse des jeweils Betroffenen angepasst.

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Lautsprachbegleitende Gebärdensprache

Diese Methode ist keine Therapie im üblichen Sinn. Betroffene lernen hier einfache Handbewegungen oder einfache Lautäußerungen, mit denen eigene Bedürfnisse (Essen, Trinken etc) angezeigt werden können.

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Weitere Therapien

Außer den vorgenannten Therapiemöglichkeiten gibt es weitere Therapien, die im Rahmen einer autismusspezifischen Therapie genannt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Autosuggestionstherapie aus dem Jahre 1983/84, die Tomatis-Therapie, die Tanztherapie aus dem Jahre 1986 und die Dunkelzimmertherapie (circa 1988). Auch die Bachblütentherapie bei Autismus und eine Behandlung auf homöopathischer Basis werden vereinzelt genannt.

Alle genannten Therapien bzw. Behandlungen sind nicht wissenschaftlich fundiert. Jedoch sei gesagt, dass vereinzelt auch solche Therapien von Erfolg gekrönt sein können. Wer sich für diese Therapien interessiert, sollte das Internet gezielt nach diesen Themen durchforsten.

Was Eltern tun können

So wichtig eine autismusspezifische Therapie durch Fachkräfte für Betroffene ist, Eltern können auch viel zum Gelingen beitragen. Es versteht sich von selbst, dass eine Therapie von 1 bis 2 Stunden pro Woche keinesfalls ausreicht, um autistisch Behinderte wirkungsvoll zu therapieren. Erst wenn Eltern, angeleitet von Fachkräften, in der übrigen Zeit ebenfalls Therapien anwenden, können einige Auffälligkeiten gemildert werden oder sogar weitgehend verschwinden.

Es gibt sogar Eltern, die ganz ohne fachliche Unterstützung ihre Kinder soweit "therapierten", dass die Kinder einige autistische Verhaltensweisen abgelegt haben. Es sind Ausnahme-Eltern, gewiss, aber es sind Eltern, die mit viel Einfühlungsvermögen Beachtliches geleistet haben. Sie wandten Methoden an, von denen sie nicht wussten, dass sie Teil einer autismusspezifischen Therapie sind. Es sind Eltern, die viel Zeit investierten und sich von Rückschlägen nicht entmutigen ließen. Dennoch benötigen selbst noch so engagierte Eltern Unterstützung durch Fachkräfte.